SAFEspace@work ist ein INQA-Experimentierraum des BIT e.V., der Universität Hohenheim und des Demographie Netzwerks e.V. (ddn). Ziel ist es, psychologische Sicherheit in der Interaktionsarbeit in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) zu stärken, besonders für Beschäftigte, die besonderen Belastungen, erhöhten emotionalen Anforderungen oder Diskriminierungsrisiken ausgesetzt sind.
Rund 60 % aller Beschäftigten arbeiten in interaktionsintensiven Rollen und stehen in direktem Kontakt mit Kund*innen, Gäst*innen, Klient*innen etc., etwa im Fahrdienst, in der Pflege, im Kund*innensupport, im Sozialen Bereich oder in Dienstleistungsberufen. Diese Tätigkeiten sind geprägt von:
Viele dieser Rollen werden von Beschäftigtengruppen ausgeübt, die ohnehin ein höheres Risiko für Benachteiligung oder Diskriminierung tragen, etwa ältere Mitarbeitende, Frauen, Beschäftigte mit internationaler Geschichte oder andere marginalisierte Gruppen. Diese gehören zu den besonders vulnerablen Gruppen, weil sie überdurchschnittlich häufig Diskriminierung, Respektlosigkeiten oder Herabwürdigung durch Kund*innen, Patient*innen oder Gäst*innen erleben, höhere emotionale Belastungen tragen, da sie häufiger Ziel von Frust, Projektionen oder verbaler Aggression werden, strukturelle Benachteiligungen in Hierarchien oder Arbeitsorganisation erfahren, weniger Möglichkeiten haben, Grenzverletzungen klar zurückzuweisen, ohne Nachteile befürchten zu müssen, sowie häufiger in Bereichen arbeiten, in denen Zeitdruck, Personalmangel und Stress besonders ausgeprägt sind.
Gleichzeitig werden Belastungen der Interaktionsarbeit in der betrieblichen Gestaltung häufig unterschätzt. SAFEspace@work setzt genau an dieser Lücke an.
SAFEspace@work verfolgt fünf zentrale Ziele:
„Psychologische Sicherheit ist die gemeinsame Überzeugung aller Mitglieder eines Teams, dass es (innerhalb des Teams) sicher ist, zwischenmenschliche Risiken
einzugehen.“Edmondson, 1999
Positive Effekte
Interaktionsarbeit lebt von Kommunikation, emotionaler Intelligenz, Empathie und Beziehungsarbeit. In solchen Kontexten profitieren Teams, Organisationen und Kund*innen besonders stark von Diversität, weil unterschiedliche Perspektiven, kulturelle Hintergründe, Altersgruppen oder individuelle Lebenserfahrungen:
Diversität ist damit kein „Nice-to-have“, sondern ein qualitativer Erfolgsfaktor für Branchen, in denen Interaktion das Kernelement der Arbeit ist.
Bremische Volksbank Weser-Wümme eG, Bremen
Interkultureller Sozialdienst GmbH, Hannover
Restaurant Mandragora, Bochum
BECKDESIGN GmbH, Bochum
BOGESTRA, Bochum
Saarbrücker Altenwohnstift (Assoziierter Partner), Saarbrücken
Handelsverband NRW Westfalen‑Münsterland e.V.
ver.di
Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso)
Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V.
Laufzeit
Dezember 2025- November 2027
Förderung
Der INQA-Experimentierraum SAFEspace@work wird über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) sowie der Richtlinie „Unternehmen und Verwaltungen der Zukunft: INQA-Experimentierräume“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert. Das Projekt wird durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fachlich begleitet.
Lucie Stecker
Projektleitung
Tel: +49 30 72621393-3
E-Mail: stecker@ddn-netzwerk.de
Tobias Berens
Projektleitung
Tel: +49 234 92231-48
E-Mail: tobias.berens@bit‑bochum.de
